Kleines Boot auf grosser Fahrt

Auf zu den grossen Städten

19.10.2021 | 2 Kommentare

Nach zwei Wochen Besucherfreie Zeit im Hafen Onklaar Anker freuten wir uns auf unseren Nächsten Besuch. Silvia und Rolf kommen für eine Woche zu uns aufs Boot. Wir planten eine Schifffahrt zu den grossen Städten Den Haag und Rotterdam.

Am ersten Tag ging es dann erstmal mit einer gemütlichen Fahrt nach Katwijk. Ein kleiner Badeort an der Nordsee.

Boot fährt durch Kanal
ein Mann zwei Frauen stehen im Schiff un konzerntrieren sich nach vorne
Sägewerk mit Windmühle

Eigentlich hatte ich vor, mich nochmals in die Nordseewellen zu stürzen. Vielleicht hätte es ja mit ein bisschen Sonne geklappt, aber auch hier in Holland war das Wetter nicht gerade freundlich. So beschlossen wir den Strand zu verlassen und durch das Städtchen zu schlendern. Die Gassen waren leer, aber diesmal nicht wegen Corona, sondern weil es Sonntag war. Hier in Katwijk sind am Sonntag alle Läden geschlossen (was für Holland aussergewöhnlich ist) und die Katwijker gehen schön gekleidet in die Kirche.

Zwei Schiffe am Ufer
Leute spatzieren am Strand
Mann studiert Karte

Die Schifffahrt ging nun weiter nach Den Haag. Eine sehr moderne Stadt mit sehr futuristischen Gebäuden. Leider waren wir nur für eine Nacht in Den Haag. Eindeutig zu wenig, aber der erste Eindruck hat mir sehr gefallen und Lust auf mehr gemacht. Soll hier auch guten Jazz geben. Wir kommen wieder.

Weiter geht es in die Hafenstadt Rotterdam. Rotterdam wurde im zweiten Weltkrieg zerbombt und musste wieder neu aufgebaut werden.  Also auch hier vieles sehr modern. Natürlich machten wir eine Hafenrundfahrt und besuchten das Schifffahrtsmuseum. Beides sehr spannend. Wieder einmal durften wir eine weitere Seite von den Niederlanden kennen lernen.

Erasmusbrücke Rotterdam

Zwei Tage später war unser Ziel Gouda. Wir suchten einen schönen Weg heraus und freuten uns alle schon auf die schöne Fahrt. Als wir in der ersten Schleuse waren, wurde unser Schiff kritisch vom Schleusenwärter beobachtet. Er erkundigte sich nach unserem Ziel und legte die Stirn noch mehr in Falten. Er befürchtet, dass unser Schiff zu viel Tiefgang hat und zeigt uns auf einer Tafel den Weg. Tatsächlich hat es auf dem Weg einen längeren Kanal, welcher mit 80 cm angegeben ist. Die Allegro hat 1 m. Da der Versuch uns zu riskant erscheint gibt es nichts anderes als umzudrehen und den grossen Kanal zu nehmen. Dieser Weg war nicht so schön, dafür kürzer und wir kamen früher in Gouda an, so dass wir gemütlich durch das Städtchen schlendern konnten und Silvia und Rolf den bekannten Goudakäse für nach Hause besorgen konnten. Gestärkt mit einem lekker Essen beim Italiener machten wir uns am nächsten morgen schon Zeitig auf die letzte Etappe Richtung Utrecht. Dieses Mal suchten wir uns einen Liegeplatz im Zentrum aus. Wir verbrachten unseren letzten gemeinsamen Tag natürlich mit einem Apero und liessen uns von Utrecht verzaubern. Am nächsten Morgen ging es dann für Silvia und Rolf mit dem Zug zurück in die Schweiz.

Grosser Allegro Kapitän

Stöffu fand es sehr schön, nach langer Zeit wieder einmal mit seinem alten Freund Rolf unterwegs zu sein. Wir hatten eine großartige Zeit mit euch, mit spannenden Städte, lustigen Schleusenmanöver, tollen Gesprächen und feinem Essen. Freuen uns auf ein nächstes Mal.

Ps: Dieser Bericht hatte lange auf sich warten lassen. Hatten einfach keine Zeit war immer zu voll mit dem Erlebten. Dies wird jetzt bestimmt besser. Habe da noch die einte und andere Story in Peto.

Kommentare

  1. Rolf Wiggenhauser   27.10.2021

    Lustiges Schleusenmanöver – ich habe geschwitzt und gezogen!!! Die Schleuse bzw. die Stadt Gouda hat es in sich. Die Tide hebt das Kanalwasser um 3 Meter, als ich das aus dem Kanalführer vorlas, hat es Stöffu zuerst nicht geglaubt; erst am nächsten Morgen, als wir aus der Stadt rausfahren wollten, sahen wir was passiert war. Der Kanal war durch die Flut wirklich um 3 Meter angehoben worden. Wir kommen also zur Schleuse und was sehen wir; zwei Schiffe die rückwärts aus der Schleuse kommen. Erster Gedanke – Schleuse defekt. Die Schleuse war nicht defekt, nur die Schiffe zu hoch! Da das Schleusentor angehoben wird (habe ich noch selten gesehen), war die Ausfahrt für die beiden grossen Schiffe zu wenig hoch. Wir also rein in die Schleuse und hinter uns drei weitere kleinere Schiffe. Ich habe das Boot am Heck mit dem Seil festgehalten (sah sicher sehr lässig aus) und dieses durch die Eisenleiter an der Mauer gezogen. Der Schleusenwart hat, nachdem das Tor geschlossen war, die Schleusenklappen geöffnet und das Boot fing an sich langsam zu heben. Auf einmal wurde der Druck so gross, bzw. meine Kraft zu gering, dass ich das Heck der Allegra nicht mehr halten konnte. Stöffu rief mir zu: «Wirf das Seil zum Schleusenwärter»! Und so zogen wir beide mit vereinten Kräften das Schiff wieder an die Schleusenmauer. Der Druck und die Kraft des einfliessenden Wassers war gewaltig. Fazit: nie das Seil lässig durch die Leiter ziehen, den MANN hat zu wenig Kraft um das Schiff zu halten, bzw. das Seil umzulegen. Das Seil immer über den Poller werfen! Gerne habe ich dem Schleusenwärter für seinen Einsatz ein Trinkgeld gegeben. Das Tor ging auf und wir konnten unsere Reise in Richtung des schönen, fast bilderbuchhaften Utrecht’s fortsetzen…

  2. creisi   21.10.2021

    Auf die eine und vor allem auf die andere Story bin ich schon sehr gespannt. Und ich freue mich, Euch bald wieder einmal zu sehen 🙂 Hebid’s guet ond bes scho glii.

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