Kleines Boot auf grosser Fahrt

Auf nach Groningen

12.11.2021 | 4 Kommentare

Wir freuten uns sehr, als es klar war, dass Vreni und Edu aufs Schiff kommen. Sie reisten mit dem Zug nach Zwolle, wo wir sie in Empfang nehmen wollen. Sie sollten um 15:41 Uhr eintreffen, gerade richtig für einen Städterundgang mit Apero. Schon bald kommt die Meldung, dass es später wird. «Wir stehen vor Frankfurt». Zwei Stunden Verspätung, c’est la vie. Nächste Mitteilung:» Wir warten in Düsseldorf». Und so ging es weiter und weiter. Endlich:» Wir sind im Zug Richtung Zwolle. Geplante Ankunftszeit 21:11 Uhr. Stöffu macht sich auf den Weg, um sie abzuholen. Am Bahnhof brauchte er jedoch nochmals eine halbe Stunde, um auf die andere Seite vom Bahnhof zu kommen wo Vreni und Edu auf ihn warteten. 22:15 Uhr endlich Ahoi auf der Allegro!

Frau am essen
Mann und Frau stossen mit Rotwein an

Am nächsten morgen ging es dann als erstes auf den Markt, damit wir die nächsten Tage nicht Hunger und Durst leiden müssen. Damit wir tanken können machen wir uns auf den Weg nach Zwartsluis. Auf der Fahrt wurden wir von einem vorbeifahrenden Schiff mit Schweizer Flagge angefunkt. Es stellt sich heraus, dass Barbara und Helmut den gleichen Hafen anlaufen. Sie haben ihren Keller voll mit Wein aus der Mosel. Aber sicher kommen wir vorbei um beim Verkosten zu Helfen. Mmmmhhhh!

Von Zwartsluis aus wollen wir einen Ausflug ins nahe gelegene Giethoorn machen. Giethoorn wurde uns immer wieder als «Venedig des Nordens» empfohlen. Früher wurde in diesem Gebiet Torf gestochen und so entstand ein Kanalsystem, über welches viele kleine Brücken führen und an den Ufern sind schöne Reetdach-Häuser. Auch wir setzten uns in ein Touristenboot und fuhren über den 8Km langen Kanal. War schön aber nichts im Vergleich zum Spreewald bei Berlin und ganz bestimmt nicht zu vergleichen mit Venedig!

Weiter führt uns unsere Reise über die Drentsche Hoofdvaart. Ein 42 km langer Kanal mit 6 Schleusen und 24 Brücken welche geöffnet werden müssen. Wir rechnen mit einer langen Fahrzeit und Wartezeiten vor den Brücken. Wir waren sehr überrascht, als wir durch die erste Schleuse waren, begleitete uns ein Brug Bediener auf der ganzen fahrt und jede Brücke ging auf, sobald wir in Anfahrt waren. Das ist eine Super Organisation! Die ersten zwei Tage scheinen wir ganz alleine auf dem Kanal zu sein. Am dritten Tag fuhren wir dann mit einem anderen Schiff im Konvoi. Unser Konvoi kreuzte an dem Tag nur einen weiteren Konvoi mit zwei Schiffen, der Wylde Roas und einem uns bekannten Schweizer. Zu dieser Begegnung mehr im nächsten Bericht.

Eine weitere Spezialität der Drentsche Hoofdvaart sind die Wasserlinsen. Sehen hübsch aus, können das Algenwachstum eindämmen und sind Nahrungsmittel für viele Tiere. Viele Bootsbesitzer fluchen jedoch darüber. Über die Wasserkühlung geraten sie in den Filter, welcher verstopft und dieser muss dann nach jeder Schleuse gereinigt werden. Glück für uns, wir haben ein geschlossenes Kühlsystem. Die Linsen kommen bei uns nur beim Spülen vom WC ins Schiff. Nicht so schlimm einfach im klaren Wasser WC wieder richtig durchspülen. Uns hat es auf diesem Kanal recht gut gefallen wir hatten hier auch sehr schöne Liegelätze und immer wieder tolle Spaziergänge.

Nach ca. einer Woche trafen wir dann in Groningen ein. Groningen liegt schon lange auf unserer Liste. Vor allem auch wegen dem Museum. Zur Zeit ist im Museum, neben modernen Kunst auch eine Kinderbiënnale.

Nicht nur das Museum hat uns sehr gut gefallen. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Forums. Das Forum ist ein Tower mit zehn Etagen, die durch Rolltreppen miteinander verbunden sind. In diesem Tower hat es Museen, Kinos, Cafés, Biblio-und Videothek und überall Sitzgelegenheiten mit Internetzugang zum lernen oder Begegnen. Überall junge Leute. Auf dem Dach ist eine Dachterrasse, wo man über ganz Groningen schauen kann. Wir fühlten uns total wohl in dieser Stadt. Bestimmt ein guter Ort zum Wohnen.

007 und 008

Da wir noch genügend Zeit hatten entschlossen wir uns nach Lauwersoog zu fahren, von wo aus wir die Fähre zur Waddeninsel nach Schiermoonikoog nahmen. Auf der Insel haben wir uns Tandems gemietet uns sind die ganze Insel abgefahren. Ein wunderbarer Tag.

Baywatch jetzt auch auf Schiermoonikoog

Zurück in Groningen brachten wir Vreni und Edu auf den Zug. Wir drücken ihnen die Daumen, dass die Rückreise besser verläuft. Sie erreichten dann Thun mit nur einer Stunde Verspätung, das ist doch eine Verbesserung!

Kommentare

  1. Beat   16.11.2021

    schöne.Foto Ursula ich.Wünsc Noch fielfergnügen grüne beat

  2. Rolf Wiggenhauser   15.11.2021

    Hallo zusammen – wenn Ihr wieder durch ein Meer von Wasserlinsen fährt. Netz oder Seiher auswerfen und einfangen. Hier das gefundene Rezept. Essen kann man eigentlich Alles!

    Wasserlinsenpüree
    Das Öl in einem Topf erhitzen, die gewürfelten Zwiebeln darin anbraten. Die Wasserlinsen dazugeben und mit etwas Wasser aufgießen. Alles zusammen etwa eine halbe Stunde kochen lassen.
    Die Masse pürieren. Eine halbe Stunde köcheln lassen. Nach Belieben mit den Gewürzen abschmecken.
    ________________________________________
    Arbeitszeit ca. 20 Minuten
    Gesamtzeit ca. 20 Minuten
    Schwierigkeitsgrad simpel

    Zutaten für 2 Portionen:

    2 Zwiebel(n)
    2 EL Öl
    200 g Wasserlinsen
    Salz und Pfeffer
    Muskat
    Sojasauce

  3. Vreni   14.11.2021

    Vielen herzlichen Dank für die wunderschönen Ferien. Wir haben es unglaublich genossen.
    Wir freuen uns sehr euch schon bald wieder zu treffen.
    Ä liebe Gruess u häbit sorg.
    Vreni u Edu

  4. creisi   12.11.2021

    Einfach traumhaft, so ein Bootsleben 🙂

    Die Wasserlinsen (auch Entengrütze genannt) sind nicht nur Nahrungsmittel für Enten und andere Tiere. So viel ich weiss, kann man daraus auch Suppe machen. Aber vielleicht vorher besser noch selber schlau machen, nicht, dass ich jetzt etwas Falsches geschrieben habe…

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